ZusammenfassungDie COVID-19 Pandemie hat zu flächendeckenden Schulschließungen geführt, was mit massiven Veränderungen in den Lehr- und Lernprozessen sowie den Lernergebnissen der Schüler*innen verbunden war. Während erste Leistungsstudien Lerneinbußen aufgrund der Schulschließungen im Frühjahr 2020 untersuchen, liegen bisher kaum Befunde vor, die Hinweise auf zentrale Prädiktoren für die Entwicklung von Schüler*innenoutcomes (Belastungserleben, Lernzuwachs und Lernzeit) während späterer Schulschließungen liefern. Die vorliegende Studie nähert sich dieser Frage an, indem Schüler*innenoutcomes vor und während der Schulschließungen durch die Herkunft (Akademikerhaushalt, zuhause gesprochene Sprache) und die Unterrichtsform (offen vs. traditionell) vorhergesagt werden. Die vorgestellten Mehrebenen-Regressionsmodelle werden durch Theorien zur Entstehung von Bildungsungleichheit und Konzepten offenen Unterrichts motiviert. Die Ergebnisse der Mehrebenenmodelle (N = 1566 Schüler*innen der Sekundarstufe II) zeigen, dass das Belastungserleben der Schüler*innen während der Schulschließungen für Kinder ohne deutsche Muttersprache höher war als bei Kindern mit deutscher Muttersprache. Hinsichtlich der retrospektiven Angaben zum selbsteingeschätzten Lernzuwachs und der Lernzeit bestehen dagegen keine (über die Unterschiede in den Eingangswerten vor COVID hinausgehende) Zusammenhänge mit der Herkunft. Bezüglich der Beziehung offener Unterrichtsformen und der retrospektiv eingeschätzten Schüler*innenoutcomes zeigt sich, dass Schüler*innen aus traditionell unterrichteten Klassen während der Schulschließungen eine statistisch signifikant höhere Lernzeit angeben als Schüler*innen, die offen unterrichtet wurden. Offen unterrichtete Schüler*innen schätzen allerdings trotz geringerer Lernzeit ihren Lernzuwachs nicht geringer ein als traditionell unterrichtete Schüler*innen.
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