Zusammenfassung.
Es wird ein Fall von typischer Schonlein‐Henochscher Purpura bei einem 3jährigen Mädchen beschrieben, bei dem die Er‐krankung 2 Tage nach der Diphtherie‐Schutzimpfung ausgelöst wurde. Neben Hautblutungen traten Ödeme an den Gliederen‐den, Gelenkbeschwerden, Kolikschmerzen mit okkulter Darm‐blutung und Hämaturie auf. Die Hautblutungen erschienen in mehreren (8) Schüben im Laufe von 5 Monaten, worauf das Kind gesund wurde. Die Läppchenprobe mit Anatoxin fiel negativ aus, aber nach intrakutaner Injektion einer Verdünnung des‐selben, 0,001 ml Anatoxin entsprechend, erfolgte eine prompte Eeaktion seitens des Darms in Form einer Blutung. Damit wird die Eolle des Diphtherieanatoxins als auslösendes Allergen be‐kräftigt. Der Fall stellt einen Beleg für die Anschauung dar, dass die Krankheit anaphylaktisch bedingt ist, und rechtfertigt die Bezeichnung anaphylaktische Purpura an Stelle der alten Benennung anaphylaktoide Purpura. Er bestätigt hierdurch die Erkenntnisse, zu denen Li auf anderem Wege (durch die inverse Anaphylaxie) gelangt war.
Der dargestellte Fall diirfte der erste von Schönlein‐Henoch‐scher Purpura sein, der nach Diphtherie‐Schutzimpfung beobach‐tet – oder jedenfalls bescnrieben – worden ist.