Erkrankungen der Lunge kSnnen je naeh der Ausdehnung des Prozesses wie nach der Dauer des Bestehens zu WiderstandserhShung in der Lungenstrombahn ffihren. Dabei sind entweder die Lungengef~l]e primi~r erkrankt, oder sie kSnnen durch Umwandlung des Lungenparenehyms sekund~r betroffen werden. 2qeben dieser meehanisehen Einengung des Gesamtquerschnittes der Lungenstrombahn kSnnen die hiermit verbundenen GasaustausehstSrungen zu Druck-und Volumen-schw~nkungen fiihren. Die hieraus resultierenden Ver~nderungen am rechten Herzen werden unter dem Begriff des ,,Cor Pulmonale" zu-sammengefaBt. Daneben kSnnen St6rungen der Uberleitung versehiedenen Grades sowie StSrungen der interventrikul~ren Erregungs~usbreitung mit Rechtssehenkelblockbildern vorkommen. Auch Rhythmus-stSrungen im Sinne aktiver Heterotopien lassen bin ~md wieder au~ eine Schgdigung des rechten Herzens schliel3en. Derartige EKG-Befunde sind zusammen mit dem klinischen Bild bin mid wider so bedeutsam, dal~ sie eine Kontraindikation zu einem thoraxchirurgischen Eingriff darstellen, zumal dutch Lobektomie und Pneumonektomie eine weitere Einsehr~nkung der Lungenstrombahn und eine zuss Mehrbelastung des rechten tterzens hervorgerufen wird.Wenn dagegen vor einem thoraxchirurgisehen Eingriff nicht die eharakteristischen Zeichen der isolierten Reehtssehi~digung im Vordergrund stehen, sondern sieh Vers im Sinne einer di]/usen MyolcardschSdigung zeigen, so kSnnen diese Ausdruck einer durch die Grundkran~kheit hervorgerufenen Sehgdigung sein. Es sind dies vor allem die infektiSs-toxisehen Einwirkungen uuf den Herzmuskel, wie sie z.B. bei der Lungentuberkulos% bei Bronehiektasen, Lungenabseessen und aueh bei Lungentumoren zur Beobaehtung kommen.Schlie~lieh ffihi4 aueh die Hypoxie nicht selten zu einer relativen Coronarinsuifizlenz mit den entspreehenden EKG-Vergnderungen an den Kammerendteilen vom Typ des Innensehiehtschadens mit Senkung der ST-Strecken und Abfl~ehung bzw. Negativierung der T-Wellen.
I. EinleitungEine Zigarette macht keinen Herzinfarkt, zehn kein Bronchialcarcinom. Bei beiden Erkrankungen ist in der Regel mit einer Polygtiologie zu rechnen. An Hand tines einzclnen Erkrankungsfalles ist es unmSglich, die Bedeutung einer chronischen Intoxikation mit Tabakrauch zu bestimmen. Die medizinische Wissenschaft ist in diesem Falle auf indirekte Beweise, sog. Indizienbeweise angewiesen. ,,Indizien sind bewiesene Tatsachen, die ihrerseits etwas d~raus zu Folgerndes gegen den Ai~geklagten beweisen sollen" (EJ~]~I~I~ARD SCttWfIDT 1957). --,,Indizien nennen wir solche Tatsachen, die zwar den Vorzug h~ben, unseren gegenw~rtigen Wahrnehmungcn und Auffassungen zug~nglich zu sein, die aber an sich selbst rechtlich bedeutungslos w~rcn, wenn sie nicht eben einen Schlul3 zulassen wiirden, auf diejenigen Tatsachen um deren Subsumption unter die rechtlichen Tatbest~nde es sich handelt und die wir ,,unmittelbar erheblichc Tatsachen" nennen (KARL ENGISC~ 1959). Eine Ffille indirekter Beweisc sprechen daffir, dal~ dem Zigarettenund Tabakabusus in der Atiologie der Bronchialeareinome einerseits und tier Herz-Kreislau/erkrankungen andererseits besondere Bedeutung zukommt. Jedes neue Indiz aus kliniseher, morphologiseher, bioehemischer, experimenteller oder statistischer Fragestellung kann, wie mit dieser Untersuehung gezeigt werden soil, die Wahrscheinliehkeit eines Kausalzusammenhanges erh/~rten. 100 mgnnliche Patienten mit histologiseh gesieherten Bronchialcareinomen, die 1959--1961 auslesefrei zur station/iren Behandlung in die Chirurgische Universits Heidelberg kamen, liegen einer klinischstatistischen Untersuehung zugrunde, mit deren Hilfe gezeigt werden soil, welehe groi~e Bedeutung den Rauchgewohnheiten fiir die hierbei so fiberraschend hiiu/ig feststellbaren gleichzeitigen Herzerkrankungen zukommt. Eine Untersuehung tier Todesursaehenstatistik an Lungenkrebs und ehronisehen, nieht rheumatisehen tterzerkrankungen in der Bundesrepublik Deutschland zeigt ebenfalls, dab offensichtlich enge ~tiologische Beziehnngen zwischen diesen beiden Krankheiten bestehen. Dabei soll
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